Qualitätsbericht 2008 // Orthopädie. Septische und rekonstruktive Chirurgie
KNOCHENINFEKTION
Bakterienabwehr am Knochen
Unter Osteomyelitis versteht man eine meist bakteriell bedingte Infektion des Knochens, die nach einem Unfall, nach Operationen oder an im Körper befi ndlichem Fremdmaterial entstehen kann. Durch die Infektion besteht die Gefahr, dass der Knochen weithin zerstört wird. Darüber hinaus sind weitere Komplikationen möglich, wie zum Beispiel die zeitgleiche Infektion von benachbarten Gelenken oder die Zerstörung der Weichteile, die mit der Entwicklung großer Geschwüre einhergeht. Die Behandlung der Knocheninfektion erfolgt vorzugsweise chirurgisch, wobei zusätzlich oft eine Vielzahl weiterer Maßnahmen eingeleitet wird, um wieder eine belastungsfähige, stabile Extremität oder Knochenregion zu erhalten. Selbst nach vielen beschwerdefreien Jahren kann die Knocheninfektion noch ausbrechen. Als erfolgreich gilt die Therapie dann, wenn die Knocheninfektion vollständig abgeklungen ist und sich keine Fisteln an der behandelten Stelle befi nden. Dies wird in der Schön Klinik Hamburg Eilbek und in der Schön Klinik München Harlaching in mehr als neun von zehn Fällen erreicht.
[Siehe Grafik 1]
Zur Beruhigung von Knocheninfektionen sind meist mehrere aufwendige Operationen notwendig. In der Schön Klinik Hamburg- Eilbek und der Orthopädischen Klinik München- Harlaching wird versucht, die Anzahl dieser Operationen möglichst gering zu halten, um den Patienten zu schonen. Beide Kliniken benötigen durchschnittlich weniger als zwei Operationen, um den Knocheninfekt
[Siehe Grafik 2]
Bitte klicken Sie zur Vergrößerung auf eines der Bilder.
BEHANDELTE PATIENTEN 2008
|
Kliniken
|
Fälle
|
|
Orthopädische Klinik München-Harlaching
|
55
|
|
Schön Klinik Hamburg Eilbek
|
55
|
|
GESAMT
|
110
|
INFIZIERTE PROTHESEN
Infektion am Gelenkersatz
Gelenke werden üblicherweise als Folge von Verschleißerkrankungen oder nach einem Unfall im Rahmen einer Routineoperation durch Prothesen ersetzt. Eine der gefürchtetsten Komplikationen der Prothetik ist eine nachfolgende Infektion, die in seltenen Fällen direkt nach der Operation, meist aber erst Monate oder Jahre nach problemloser Funktion der Prothese auftritt. Dabei setzen sich im Blut enthaltene Bakterien auf dem körperfremden Material fest und vermehren sich dort. Die Infektion der Prothese kann mit vielen ungünstigen Begleitumständen kombiniert sein, mehrfach auftreten, auch nach Wechsel des gesamten Prothesenmaterials fortbestehen und schwerwiegende Erkrankungen verursachen. Manchmal erzeugt eine Protheseninfektion derart schwere Schädigungen, dass keinerlei Neuimplantation einer Prothese mehr möglich ist, sondern das Gelenk versteift werden muss oder andere Maßnahmen erforderlich werden. Je nachdem, wie groß das Ausmaß der Schädigung durch die Protheseninfektion zu Beginn der Behandlung war, können auch die Ergebnisse stark schwanken. In den Spezialabteilungen der Schön Kliniken kommen überwiegend sehr problematische Protheseninfektionen zur Behandlung, so dass dieser Umstand bei der Bewertung der Behandlungsergebnisse mit berücksichtigt werden muss.
Neben dem Hauptziel der Therapie, den Infekt zu beruhigen bzw. das Auftreten von Fisteln zu vermeiden, versuchen die Chirurgen, die Prothese zu erhalten, um den Patienten nicht noch einer belastenden Operation aussetzen zu müssen. Dies gelingt je nach Schweregrad nicht immer. In den beiden Schön Kliniken können jedoch bei etwa zwei Dritteln der Patienten die Prothesen erfolgreich erhalten werden.
[Siehe Grafiken 1/2/3]
Bitte klicken Sie zur Vergrößerung auf eines der Bilder.
BEHANDELTE PATIENTEN 2008
|
Kliniken
|
Fälle
|
|
Orthopädische Klinik München-Harlaching
|
45
|
|
Schön Klinik Hamburg Eilbek
|
35
|
|
GESAMT
|
80
|
GELENKINFEKTIONEN
Operation erfolgreich, Gelenk intakt
Große Gelenke wie an Hüfte, Knie und Schulter können sich bei Unfällen und nach Operationen, aber auch Punktionen und Injektionen von Medikamenten, infi zieren. Die akute eitrige Gelenkinfektion stellt einen chirurgischen Notfall dar und muss unverzüglich operiert werden. Dabei bieten sich grundsätzlich verschiedene Verfahren an. Im Frühstadium wird arthroskopisch, d.h. in Form von „Schlüssellocheingriffen“ mit Hilfe von speziellen optischen und chirurgischen Instrumenten gewebefreundlich und schonend durch kleine Öffnungen, behandelt. Nach Operationen oder bei Infektionen, die über Wochen oder Monate bestehen, also chronischen Gelenkinfektionen, hat sich dagegen die offene chirurgische Behandlung bewährt. In den septischen Spezialabteilungen der Schön Kliniken wird gerade für diese letztgenannten problematischen Infektionen die zweimalige offene Gelenkbehandlung bevorzugt. Das bedeutet, dass mit dem ersten Eingriff zunächst die Infektion beruhigt wird. In einem zweiten Schritt setzen die Ärzte dann, wenn nötig, ein neues Implantat ein. In den beiden Kliniken wurde das wichtigste Ziel, den Infekt zu beruhigen, immer erreicht.
[Siehe Grafik 1]
Trotz des komplizierten Krankheitsbildes sind durchschnittlich weniger als zwei Operationen zur Infektberuhigung notwendig.
[Siehe Grafik 2]
Das Gelenk konnte in fast allen Fällen trotz der Infektion erhalten werden.
[Siehe Grafik 3]
Bitte klicken Sie zur Vergrößerung auf eines der Bilder.
BEHANDELTE PATIENTEN 2008
|
Kliniken
|
Fälle
|
|
Orthopädische Klinik München-Harlaching
|
9
|
|
Schön Klinik Hamburg Eilbek
|
13
|
|
GESAMT
|
22
|