Qualitätsbericht 2008 // Orthopädie. Gelenkersatz

HÜFT-TEP ERSTIMPLANTATION

Ersatzteil fürs Hüftgelenk: die Hüft-Totalendoprothese

Der Verschleiß des Hüftgelenks (Coxarthrose) und die damit verbundene dauerhafte Veränderung des Hüftgelenks sind auf erhöhte Beanspruchung, natürliche Alterungsprozesse und Entzündungen zurückzuführen. Am Anfang macht sich das lediglich durch Belastungsschmerz bemerkbar, später schmerzt das Gelenk auch im Ruhezustand und schränkt die Beweglichkeit des Betroffenen ein. Während man im frühen Stadium die Schmerzen durch Medikamente und Physiotherapie zu lindern versucht, lässt sich später ein Ersatz des Hüftgelenks in Form einer Hüft-Totalendoprothese, „Hüft-TEP“ genannt, kaum mehr vermeiden. Aber auch angeborene Fehlstellungen oder Verletzungsfolgen können den Ersatz des Hüftgelenks erforderlich machen.

Endlich wieder normal leben nach Routineoperation

Im Rahmen einer etwa 45-minütigen Routineoperation werden Hüftkopf und Hüftschale durch ein künstliches Gelenk aus Metall und Kunststoff ersetzt. In Abhängigkeit u.a. von Alter und Qualität der Knochen werden die künstlichen Gelenkteile in den Knochen entweder voll zementiert, teilweise zementiert oder der Knochen wächst auf natürliche Weise in das künstliche Gelenk ein. Neben dem Ziel der Schmerzfreiheit und der Mobilität misst sich die Qualität derHüft-TEP-Operation daran, wie selten Komplikationen während oder nach dem Eingriff auftreten.

Seltene Komplikation: Ausrenkung des Hüftgelenks

In seltenen Fällen kann es nach dem Einsatz zur Ausrenkung (Luxation) des neuen Hüftgelenks kommen. Dabei gleitet der Gelenkkopf aus der Gelenkpfanne und gerät in eine falsche Position, in der das Hüftgelenk „sperrt“, also nicht mehr bewegt werden kann. Eine Komplikation, die meist innerhalb der ersten acht Wochen nach dem Einsetzen der Gelenkprothese auftritt, wenn der Patient sich wieder normal bewegt. Die Gründe dafür können in der Operation selbst liegen oder auftreten, weil beispielsweise die umliegende Muskulatur, die das Hüftgelenk maßgeblich in seiner Funktion unterstützt, schon vor der Operation geschwächt war,so dass das Gelenk nicht ausreichend fest in seiner Position gehalten wird. Der Gelenkkopf muss wieder in seine richtige Position in der Gelenkpfanne gebracht, also eingerenkt werden.
[Siehe Grafik 1]

Risikofaktor Infektion

Infektionen können einen verlängerten Krankenhausaufenthalt, erneute Eingriffe und eine lange Antibiotika-Therapie nach sich ziehen. Zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Akut-Orthopädie ist der Behandlungsprozess noch lange nicht abgeschlossen. Komplikationen zeichnen sich häufig erst später ab. Der gesetzlich zu erfassende Wert spiegelt daher die Realität nur unvollständig wider. Eine freiwillige Dokumentation aus Neustadt belegt, dass es im Zeitraum von sechs bis zwölf Wochen nach einer Operationin 0,8 % der Fälle zu Infektionen kommt.
[Siehe Grafik 2]

Die Gesamtrate der ungeplanten Folgeeingriffe aufgrund von Komplikationen bei der ersten Operation kann einen Hinweis auf die Qualität der Zusammenarbeit zwischen den einzelnen fachlichen Disziplinen einer Klinik geben. In den Schön Kliniken, die Hüftgelenksoperationen durchführen, wies bei notwendigen Folgeeingriffen kein Haus Werte über dem Bundesdurchschnitt auf. Aufgrund kritischer Ergebnisse im Jahr 2006 wurden in der Schön Klinik Vogtareuth unterschiedliche Prozessabläufe analysiert und entsprechend angepasst. Dies spiegelt sich deutlich in den kontinuierlich verbesserten Werten wider: Die Anzahl der notwendigen Folgeeingriffe reduzierte sich um mehr als zwei Drittel.
[Siehe Grafik 3/4]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Vogtareuth 406
Schön Klinik Neustadt 1.406
Orthopädische Klinik München-Harlaching 195
Schön Klinik Hamburg Eilbek 435
Schön Klinik Harthausen 438
GESAMT 2.880

HÜFT-TEP REHABILITATION

Wie man Lebensqualität messbar macht

Die Qualität von Rehabilitationsmaßnahmen ermitteln wir mit dem so genannten Staffelstein Score, der jeweils bei der Aufnahme und der Entlassung ermittelt wird. Der Staffelstein Score ist eine wissenschaftlich anerkannte Messmethode, die in der Schön Klinik Bad Staffelstein,einer Schön Klinik, entwickelt wurde und international genutzt wird. Mit diesem Index misst der Arzt mit Hilfe einer ausführlichen Checkliste Schmerzintensität, Beweglichkeit des operierten Gelenks und wie sich Aktivitäten des täglichen Lebens vom Patienten durchführen lassen. In jedem dieser Bereiche sind maximal 40 Punkte, insgesamt also 120 Punkte (absolut schmerzfrei, voll beweglich, keine Einschränkungen bei allen Alltagstätigkeiten) möglich.

Ein an den Kriterien des ICF (Internationale Klassifizierung der Funktionsfähigkeit, Behinderungund Gesundheit) orientiertes Ergebnis kann bei der Entlassung aus der stationären Rehabilitation mit 94 Punktendefi niert werden. Dieser Wert wurde von allen Kliniken übertroffen.
[Siehe Grafik 1]

Richtig gehen lernen mit der neuen Hüfte

Die volle Funktionalität und Schmerzfreiheit eines künstlichen Hüftgelenks ist mit der Operation allein noch nicht erreicht. Durch die meist in Jahrzehnten entstandenen Veränderungen des Gelenks und eine durch Schmerzen hervorgerufene Schonhaltung haben sich Sehnen und Muskelansätze verkürzt und ungünstige Bewegungsabläufe eingespielt. Deshalb müssen die verkürzten Strukturen nach der Operation aufgedehnt und damit die Beweglichkeit des Gelenks verbessert werden. Außerdem trainiert der Patient in der Rehabilitationsphase gelenkund körperfreundliche Bewegungsabläufe ein, um sich im Alltag bald wieder ganz normal bewegen zu können. In den Schön Kliniken konnten am Ende ihres Aufenthalts fast alle Patienten wieder mindestens einen halben Kilometer am Stück gehen.
[Siehe Grafik 2]

Spürbarer Rückgang der Schmerzen

Neben dem Wunsch, wieder normal gehen zu können, haben die Patienten vor allem ein Ziel: ihre Schmerzen loszuwerden. Zu Beginn der Rehabilitation klagten nahezu alle Patienten über Schmerzen. Nach der Rehabilitation waren bereits 95 % schmerzfrei. Nach der Entlassung verbessert sich dieser Wert erfahrungsgemäß noch weiter, was auch verschiedene Studien der Schön Kliniken belegen.
[Siehe Grafik 3]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Vogtareuth 139
Schön Klinik Berchtesgadener Land 161
Schön Klinik Neustadt 1.335
Schön Klinik Bad Staffelstein 600
Schön Klinik Harthausen 480
GESAMT 2.715

KNIE-TEP ERSTIMPLANTATION

Wenn Treppensteigen zum Problem wird

Knorpelverschleiß in den Kniegelenken und die Folgen wie Schmerzen oder Probleme beim Aufstehen, Gehen und Treppensteigen machen vielen Menschen ab dem 70. Lebensjahr zu schaffen. Häufige Diagnose: „Gonarthrose“, eine Verschleißerscheinung im Kniegelenk, die mit ihren Folgen viele Parallelen zur Hüftgelenksarthrose aufweist. Wenn Behandlungen mit Schmerzmitteln oder Physikalische Therapie keinen dauerhaften Erfolg versprechen, sollte man sich möglichst bald für eine Operation entscheiden. Denn ein zu später Eingriff bei ausgeprägten Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und einer eindeutig diagnostizierten Arthrose kann den Operationserfolg mindern.

Ausgereifte Operationsverfahren und -technologien

Bei der „Knie-TEP“-(Knie-Totalendoprothesen-) Implantation wird je nach Schädigung des Gelenks ein künstlicher Gelenkersatz in die Knochen implantiert. Der Patient soll nach der Operation wieder alle normalen Tätigkeiten des Alltags schmerzfrei ausführen können. Waren in den 80er Jahren die Verfahren für den Kniegelenkersatz noch nicht ausgereift, so sind heute Implantate, Operationsverfahren und Chirurgen so weit, dass die Lebensdauer einer Prothese von über zehn Jahren Normalität geworden ist.

Geringe Komplikationsraten

Kritische Komplikationen können vor allem durch Probleme mit dem Herzkreislauf und der Atmung entstehen. Die allgemeinen postoperativen Komplikationen wie Lungenentzündungen oder Gefäßverschlüsse (Thrombosen, Embolien) lagen bei den Schön Kliniken zum Teil deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt und immer im Referenzbereich.
[Siehe Grafik 1]

Wundinfektionen nach der Operation sind besonders gefürchtet, da sie zum Prothesenverlust oder sogar zur notwendigen operativen Versteifung des Kniegelenks führen können. Infektionsbehandlungen beeinträchtigen den Patienten und verlängern den Aufenthalt in der Klinik. Dass der Vermeidung von Infektionen bei den Schön Kliniken ein ganz besonderer Stellenwert zukommt, spiegelt sich in den Werten wider: Alle Kliniken schnitten im Bundesvergleich hervorragend ab.
[Siehe Grafik 2]

Komplikationen wie Blutungen, Infektionen und mechanische Schwierigkeiten machen mitunter einen weiteren operativen Eingriff nötig. Diese Komplikationen haben die unterschiedlichsten Ursachen und lassen sich z.B. auf Nahtundichtigkeiten, Gefäßverletzungen, Unfälle oder falsche Belastung direkt nach der Operation zurückführen. Eine konkrete Ursache kann dabei nicht immer ermittelt werden. Vier von fünf Schön Kliniken wiesen hier einen geringeren Anteil an Reinterventionen auf als der Bundesdurchschnitt. Der auffällig hohe Wert der Schön Klinik München Harlaching erklärt sich aus der Tatsache, dass es in diesem Haus eine Abteilung für septische und rekonstruktive Chirurgie gibt. Hier werden Patienten mit Infektionen, die einen Austausch des Implantats erfordern, behandelt. Bei diesen besonders schweren Fällen kommt es häufi g zu Nachblutungen oder Blutergüssen, mit denen in der Klinik offensiv umgegangen wird. Das heißt, die Chirurgen nehmen Revisionen vor, um einen schnelleren Heilungsprozess zu fördern. Die Datenerfassung der BQS, die den Bundesdurchschnitt ergibt, berücksichtigt solche Spezialfälle allerdings nicht.
[Siehe Grafik 3]

Die Werte aus dem Schön Klinik Neustadt zeigen einen stabil-positiven Verlauf weit unter dem Bundesdurchschnitt.
[Siehe Grafik 4]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Vogtareuth 298
Schön Klinik Neustadt 1.025
Orthopädische Klinik München-Harlaching 178
Schön Klinik Hamburg Eilbek 249
Schön Klinik Harthausen 370
GESAMT 2.120

KNIE-TEP REHABILITATION

Wieder fit für Schritt und Tritt

Wie bei der Hüfte müssen auch beim Knie nach der Operation die umliegenden Strukturen wie z.B. Sehnen und Muskeln in eine möglichst normale Funktion gebracht werden. Sie haben sich durch oft jahrzehntelange Fehlstellung und falsche Bewegungsabläufe verkürzt. In der Rehabilitation trainiert der Patient deshalb diese Bewegungsabläufe neu. Auch die Schmerzen werden in der Rehabilitation mit physiotherapeutischen Mitteln bei den meisten Patienten erfolgreich behandelt. Mit Hilfe des Staffelstein Scores erfassen die behandelnden Ärzte die Faktoren Schmerz, Bewegungsfähigkeit des Gelenks und die Fähigkeit, alltägliche Arbeiten eigenständig auszuführen. Diese werden jeweils mit bis zu 40 Punkten bewertet. Die Messung wird bei Aufnahme und bei Entlassung des Patienten durchgeführt. Im Rahmen der Rehabilitation lassen sich Werte von über 100 Punkten erzielen.
[Siehe Grafik 1]

Problemlos längere Strecken gehen

Mit Abschluss der Behandlung in den Schön Kliniken waren nahezu alle Patienten wieder über längere Strecken gehfähig. Mindestens 98 % der Patienten konnten Strecken über 500 Meter gehen, in der Schön Klinik Vogtareuth und in der Schön Klinik Berchtesgadener Land stieg der Anteil sogar auf 100 %
[Siehe Grafik 2]

Für die Betroffenen besonders wichtig: Wie hoch ist die Chance, ohne Schmerzen aus der Rehabilitation nach Hause zurückzukehren? Das Diagramm beschreibt den Anteil von Patienten ohne Schmerzen vor und nach der Rehabilitation bei den Schön Kliniken.
[Siehe Grafik 3]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Vogtareuth 129
Schön Klinik Berchtesgadener Land 127
Schön Klinik Neustadt 1.144
Schön Klinik Bad Staffelstein 594
Schön Klinik Harthausen 528
GESAMT 2.522

ALLGEMEINE ENDOPROTHETIK

Bessere Lebensqualität nach dem Einsatz künstlicher Knie- und Hüftgelenke

Um den Einfluss von Behandlungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität messen zu können, bedienen sich Ärzte und Qualitätsmanager eines bewährten Messinstruments. Der „SF-36“ ist ein international seit Jahrzehnten anerkannter und oft eingesetzter Fragebogen, mit dem das psychische Empfi nden, die allgemeine körperliche Verfassung, der Einfl uss von Erkrankungen auf Beziehungen zu anderen Menschen und die Fähigkeit, berufl iche wie private Aufgaben zu bewältigen, erfasst werden. Alle diese Bereiche werden vom Patienten beurteilt, damit man ein Bild der Lebensqualität aus seiner Perspektive erhält.
[Siehe Grafik 3]
Die Ergebnisse aus dem Fragebogen werden in einem aufwendigen statistischen Rechenverfahren mit Normwerten verglichen. Als „Mittelwert“ gilt beim SF-36 ein Wert von 50 Punkten auf der so genannten T-Skala, wobei Schwankungen von jeweils zehn Punkten nach oben wie nach unten noch im normalen Bereich liegen.

Betrachtet man die Lebensqualität vor und nach dem Einsatz künstlicher Hüft- und Kniegelenke, so zeigt sich, dass die Werte für den psychischen Summenscore in der Regel bereits vor der Operation im normalen Bereich lagen. Körperlich bemerkten die befragten Patienten sechs Monate nach dem Eingriff eine spürbare Verbesserung ihrer Lebensqualität, die zu diesem Zeitpunkt bereits wieder im Normbereich zwischen 40 und 60 Punkten lag.

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Neustadt 2.431
Orthopädische Klinik München-Harlaching 373
Schön Klinik Hamburg Eilbek 684
GESAMT 3.488

Ihr Ansprechpartner

Maasakkers

Lisa van Maasakkers

Tel.: 08051 695-135