Qualitätsbericht 2008 // Neurologie. Neurologische Rehabilitation

FRÜH-REHABILITATION

Zurück in ein normales Leben: die Phasen der Rehabilitation

Auf dem Weg zurück in die Normalität durchschreitet der Patient verschiedene Rehabilitationsphasen. In diesen Phasen erlangt er wichtige Fähigkeiten zurück, die für ein selbstständiges Leben unerlässlich sind. Aus einem vielfältigen, spezialisierten Therapieangebot wird eine auf den Patienten zugeschnittene Kombination zusammengestellt. Darunter finden sich, neben Sprach- und Schlucktherapie, Physio- und Ergotherapie, auch unkonventionelle, aber Erfolg versprechende Ansätze: zum Beispiel Musiktherapie, Kunsttherapie oder der Einsatz von Therapiehunden bei Menschen im Wachkoma. Je nach individueller Störung der Körperfunktionen kann der Patient einzelne Rehabilitationsphasen abkürzen oder gar überspringen.

In der Frührehabilitation werden Basisfähigkeiten neu erlernt

Eine entscheidende Phase für Patienten mit Schädel-Hirn-Verletzungen, Schlaganfällen (Hirninfarkt, Hirnblutung) oder anderen akuten neurologischen Erkrankungen stellt die Frührehabilitation (Phase B) dar, die direkt an die Notfall- und Akutbehandlung anschließt. Gerade Schlaganfallpatienten zeigen in dieser Phase schwere Bewusstseinstrübungen, Lähmungen, Schluck-, Sprach- und Feinmotorikstörungen.

Schluckfunktion als lebensnotwendige Grundlage

In der neurologischen Frührehabilitation ist die Wiederherstellung der körperlich vitalen Funktionen, wie z.B. Atmen, ein zentrales Ziel. Die Entfernung der Trachealkanüle in der Phase B ist ein wichtiger Messwert für den Behandlungserfolg. Bei der Trachealkanüle handelt es sich um einen Schlauch zur künstlichen Beatmung, der durch einen Kehlkopfschnitt in die Luftröhre eingebracht wird. Durch diese Kanüle wird der Patient am Verschlucken gehindert. Vor Entfernung der Trachealkanüle muss das Schlucken als Grundlage für eine selbstständige Ernährung neu erlernt werden. Erst wenn die Schluckfähigkeit wieder vorhanden ist, ist eine Nahrungsaufnahme über den Mund möglich. Eine Fähigkeit, die einen großen Schritt in ein normales Leben bedeutet.

Im Jahresvergleich hat sich der Anteil der entfernten Trachealkanülen der Schön Klinik Bad Aibling stetig erhöht. Bei immer mehr Patienten ist nach der Phase B das Verhältnis von Schlucken und Atmen wiederhergestellt, was auf den allgemeinen Kompetenzzuwachs sowie neue Therapiemethoden zurückzuführen ist.

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Bad Staffelstein 259
Schön Klinik Bad Aibling 723
Schön Klinik München Schwabing 352
Schön Klinik Hamburg Eilbek 180
GESAMT 1514

HIRNINFARKT

Blutgerinnsel mit schwerwiegenden Folgen

Ein Hirninfarkt entsteht durch einen Arterienverschluss, der den Blutstrom ins Gehirn
verhindert. Die Folgen: Die Nervenzellen sterben aufgrund des Sauerstoffmangels ab, das Gehirn schwillt an. Durch den entstehenden Druck wird benachbartes Gewebe in seiner Funktion geschädigt und damit die Regenerations- bzw. Reorganisationsfähigkeit des Gehirns erheblich beeinträchtigt.

Ein Hirninfarkt äußert sich meist schlagartig (Schlaganfall), je nach Stärke und betroffenem Bereich im Gehirn unterschiedlich. Es können dabei Symptome wie Sehschwierigkeiten, Bewusstseinstrübung, Lähmungen, Gleichgewichts- und Sprachstörungen bis hin zum schweren Koma auftreten. Wird der Infarkt nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann er tödlich enden.

Den Alltag neu begreifen lernen

Nach der akuten Versorgung kann die neurologische Rehabilitation erst nach etwa vier bis fünf Tagen einsetzen, wenn die biochemischen Vorgänge im Gehirn wieder im Gleichgewicht sind. Bei der Rehabilitation nach Hirninfarkten sollen Patienten Schritt für Schritt alltägliche Fähigkeiten und notwendige Körperfunktionen wiedererlernen.

Gradmesser für selbstständiges Leben: der Barthel-Index

Mit dem Barthel-Index lässt sich dabei der Grad der Selbstständigkeit in wichtigen Bereichen des Lebens messen und damit der Fortschritt des Patienten dokumentieren, so z.B. bei Fortbewegung, Essen, Ankleiden, Waschen, Wasserlassen und Körperpflege. Patienten in der Intensivphase A sind meist bewusstlos, bettlägerig, vollkommen pflegebedürftig und haben keine Kontinenz-Kontrolle. Der Barthel-Index bei solchen schwerstgeschädigten Personen beträgt 0 Punkte, da sie in allen ermittelten Bereichen auf fremde Hilfe angewiesen sind. Sobald der Patient vital stabil, d.h. nicht mehr auf die Intensivstation angewiesen ist, kommt er in die Frührehabilitationsphase B. Immer noch hochgradig pflegebedürftig, aber bereits im Rollstuhl mobil und meist kontinent kommen Patienten mit über 30 Punkten in die Phase C. Werden beim Patienten im Rahmen des Barthel-Index Werte über 65 ermittelt, ist er zwar immer noch erheblich hilfsbedürftig, kann aber viele Aktivitäten, wie zum Beispiel das Essen, zumindest teilweise selbstständig ausführen. Bereits in dieser Phase, der Phase D, wird der
Patient oft zur Weiterbehandlung in andere Kliniken oder zur Pfl ege nach Hause entlassen. Erst wenn der Patient sich wieder ohne fremde Hilfe fortbewegen kann, seine Blasenfunktion kontrolliert und auch sonst im Alltag keiner pflegerischen Unterstützung bedarf, erreicht er die im Barthel-Index vorgesehene volle Punktzahl von 100.

In den neurologischen Einrichtungen der Schön Kliniken liegt bei Entlassung aus der Phase C oder D ein vergleichbar guter Barthel-Index-Wert vor.

[Grafik 1/2/3]

In der Schön Klinik Hamburg Eilbek wurden die Patienten bisher nach der Phase B in einer anderen Klinik bzw. im Pflegeheim weiterbehandelt oder konnten nach Hause entlassen werden. Seit Ende 2008 bietet die Schön Klinik Hamburg Eilbek eine Rehabilitationsabteilung mit den Phasen C und D an. Dieses Angebot von maximaler Akut- und Rehaversorgung unter einem Dach ist einzigartig in Hamburg.

[Grafik 4]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Bad Staffelstein 379
Schön Klinik Bad Aibling 496
Schön Klinik München Schwabing 107
Schön Klinik Hamburg Eilbek 42
GESAMT 1024

SCHÄDEL-HIRN-TRAUMA

Unfallopfer von Jung bis Alt

Das Schädel-Hirn-Trauma ist die zweithäufigste Diagnose in der neurologischen Rehabilitation. Oft sind es junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren, die Opfer von Verkehrs- oder Sportunfällen wurden. Aber auch 60- bis 80-Jährige, die bei einem Sturz ein Schädel-Hirn-Trauma erleiden, gehören zu den Patienten. Unfallbedingte Hirnverletzungen sind in ihrer Art und Schwere sehr unterschiedlich. So können beispielsweise Prellungen der Großhirnrinde, Einblutungen oder Hirninfarkte auftreten.

Der entscheidende Faktor: interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team

Bei einer rehabilitativen Therapie ist die Förderung größtmöglicher Selbstständigkeit des Patienten das entscheidende Ziel. Im günstigsten Fall kann eine weitgehende oder sogar eine vollständige Beschwerdefreiheit erreicht werden. Aber auch eine möglichst geringe Pflegebedürftigkeit oder die Verminderung von Beschwerden sind realisierbare Erfolge. Ausschlaggebend für einen nachhaltigen Behandlungserfolg der aufwendigen Behandlung ist das perfekt eingespielte Team aus Ärzten, Krankenschwestern und -pflegern, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden, Neuropsychologen, Musiktherapeuten und Sozialpädagogen eines gesamten Klinikums. Nur mit Hilfe fachübergreifender enger Zusammenarbeit kann auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Patienten individuell eingegangen werden.

Auch psychologisch gut betreut

Eine neurologische Erkrankung verändert das Leben radikal. Sie kann Zukunftsplanungen und Lebensziele zerstören. Patienten und Angehörigen in solchen Situationen wird neben den unterschiedlichen spezifischen Therapien intensive psychologische Betreuung angeboten. Sie kann bei der Anpassung an die veränderten Lebensumstände sehr hilfreich sein und unterstützt gleichzeitig die anderen therapeutischen Verfahren. Aber auch bei psychischen Problemen wie Ängsten, Depressionen oder familiären Schwierigkeiten können verhaltens-, gesprächs- und familientherapeutische Maßnahmen entlasten.

Zur Analyse der Fortschritte in der Rehabilitation wurde hier ebenfalls der Barthel-Index herangezogen (siehe oben).

In den Kliniken Staffelstein, Bad Aibling sowie dem Neurologischen Krankenhaus München lässt sich eine positive Entwicklung bis hin zur vollständigen Wiederherstellung aller relevanten Körperfunktionen verfolgen.

[Grafik 1/2]

In der Schön Klinik Hamburg Eilbek wurden die Patienten bisher nach der Phase B in einer anderen Klinik bzw. im Pfl egeheim weiterbehandelt oder konnten nach Hause entlassen werden. Erst kürzlich wurde das Angebot für die voll- und teilstationäre neurologische Rehabilitation ausgebaut. Heute umfasst die Abteilung für Neurologie und Neurologische Frührehabilitation in der Schön Klinik Hamburg Eilbek, als einzige Einrichtung in Hamburg, alle Phasen der neurologischen Akut- und Rehaversorgung.

Als einzige Einrichtung in München bietet die Schön Klinik München Schwabing die komplette neurologische Akut- und Rehaversorgung an.

[Grafik 3/4]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Bad Staffelstein 66
Schön Klinik Bad Aibling 110
Schön Klinik München Schwabing 23
Schön Klinik Hamburg Eilbek 18
GESAMT 217

HIRNBLUTUNG

Hirnfunktionen unter Druck

An dritter Stelle der Schädigungshäufigkeit in der neurologischen Rehabilitation steht die Hirnblutung. Sie entsteht in erster Linie durch Verletzungen des Kopfes, z.B. infolge von Stürzen. Aber auch Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen oder -tumore und Gerinnungsstörungen können zu Blutungen im Gehirn führen. Bei sehr großen Blutungen besteht die Gefahr, dass Hirnregionen durch den entstehenden Druck in Mitleidenschaft gezogen werden. Schwere Hirnfunktionsstörungen sind die Folge. Sie äußern sich ähnlich wie beim Hirninfarkt abhängig davon, wo die Blutung entstanden ist. Um in solchen Fällen schwerwiegende oder gar tödliche Folgen zu vermeiden, entlastet man mit neurochirurgischen Eingriffen das Gehirn vom Druck der Blutung. Teilweise muss zur Druckentlastung des Gehirns die Schädeldecke vorübergehend abgenommen werden.

Ziel der Behandlungsmethoden: die größtmögliche Selbstständigkeit

In der Frührehabilitation (Phase B) werden akutmedizinische und rehabilitationsmedizinische Behandlungsverfahren miteinander kombiniert. Diese umfassen z.B. ein Wahrnehmungs- und Bewegungstraining, den Aufbau und die Weiterentwicklung der verbalen und nonverbalen Kommunikation bei Sprech- und Sprachstörungen sowie die Normalisierung von Atmung, Ernährung und Ausscheidung. Entscheidende Vorteile für die Patienten sind eine schnellere Rückgewinnung verlorener Funktionen des Gehirns und eine bessere Anpassung an verbleibende Behinderungen. Die Behandlung beginnt meistens im Zustand der Bewusstlosigkeit oder des Wachkomas und leitet nach Möglichkeit in die weiterführenden Rehabilitationsphasen (Phase C und D) über.

Um die Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer der Patienten wiederherzustellen, wird in den Schön Kliniken die gesamte Bandbreite physiotherapeutischer Maßnahmen genutzt. Neben klassischen Verfahren kommen auch innovative Methoden und Hightechgeräte regelmäßig zum Einsatz. Als deutschlandweit erste Klinik hat die Schön Klinik Bad Aibling z.B. einen Lokomat zur robotergestützten Gangtherapie eingesetzt.

Zur Analyse der Fortschritte in der Rehabilitation wurde hier wiederum der Barthel- Index herangezogen (siehe oben). Die Tabelle zeigt die Barthel-Werte bei der Aufnahme sowie nach den einzelnen Rehabilitationsphasen.

Die positive Entwicklung der Barthel-Werte durchzieht alle Phasen der neurologischen Rehabilitation. Patienten, die anfangs künstlich ernährt wurden, lernen selbstständig zu essen und benötigen u.a. bei Entlassung keine pflegerische Hilfe mehr.

[Grafik 1/2/3]

In der Schön Klinik Hamburg Eilbek wurden die Patienten bisher nach der Phase B in einer anderen Klinik bzw. im Pfl egeheim weiterbehandelt oder konnten nach Hause entlassen werden. Erst kürzlich wurde das Angebot für die voll- und teilstationäre neurologische Rehabilitation ausgebaut. Heute umfasst die Abteilung für Neurologie und Neurologische Frührehabilitation in der Schön Klinik Hamburg Eilbek, als einzige Einrichtung in Hamburg, alle Phasen der neurologischen Akut- und Rehaversorgung.

[Grafik 4]

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BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Bad Staffelstein 83
Schön Klinik Bad Aibling 165
Schön Klinik München Schwabing 54
Schön Klinik Hamburg Eilbek 41
GESAMT 343

Ihr Ansprechpartner

Maasakkers

Lisa van Maasakkers

Tel.: 08051 695-135