Qualitätsbericht 2008 // Chirugie. Allgemeine Chirurgie

DICK-/ENDDARMENTFERNUNG

Spezialfall Darm

Entzündliche Darmerkrankungen und bösartige Tumore machen zum Teil sehr komplexe Eingriffe mit hohem Komplikationsrisiko notwendig. Je nach Befund werden diese Operationen in der Klinik für Chirurgie an der Schön Klinik Neustadt und an der Schön Klinik Hamburg Eilbek in minimal-invasiv assistierter oder offener Operationstechnik vorgenommen. Dabei entfernt der Chirurg einen Teil des Darms und vernäht die verbliebenen Teilstücke wieder. Wenn diese Naht nicht hundertprozentig dicht ist, können Bakterien, die im Darm natürlicherweise vorkommen, in die Bauchhöhle wandern und dort eine schwerwiegende Bauchfellentzündung
auslösen.

Alle Fäden in der Hand für niedrige Komplikationsraten

Bundesweit kommen bei 3 % aller Dickdarmoperationen, bei 8 % aller Enddarmoperationen und bei bis zu 15 % aller Eingriffe am unteren Enddarm undichte Nähte vor. Beide Kliniken liegen deutlich unter den Referenzwerten. Auffällig ist, dass auch Notfalloperationen keine höheren Komplikationsraten nach sich ziehen.
[Siehe Grafik 1]

Bei der „Schlüssellochchirurgie“ (minimalinvasive Chirurgie) wird der Eingriff über kleine, bis zu 10 mm lange Hautschnitte durchgeführt. Durch diese Öffnungen wird ein Spezialendoskop (Laparoskop), das an eine Videokamera und eine Lichtquelle angeschlossen ist, eingeführt, um die Operation zu beobachten. Weitere kleine Einschnitte in der Haut dienen der Einführung der chirurgischen Spezialinstrumente. Eine rasche Genesung, ein kürzerer Klinikaufenthalt, verminderter Wundschmerz und geringe Narbenbildung sind bei dieser Methode die entscheidenden Vorteile für den Patienten. In beiden Häusern kann bei über der Hälfte der Patienten diese Schlüssellochchirurgie durchgeführt werden.
[Siehe Grafik 2]

Bitte klicken Sie zur Vergrößerung auf eines der Bilder.

BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Neustadt 189
Schön Klinik Hamburg Eilbek 152
GESAMT 341

GALLENBLASENENTFERNUNG

Schmerzende Steine

Gallensteine sind ein weit verbreitetes gesundheitliches Problem. Unter Berücksichtigung regionaler Faktoren kommen sie bei bis zu 24 % der weiblichen und 13 % der männlichen Bevölkerung vor. Wenn Gallensteine zu schmerzhaften Koliken oder einer Entzündung führen, ist eine operative Entfernung der Gallenblase (Cholecystektomie) notwendig.

Komplikationen nicht immer vermeidbar

Schwerwiegende Komplikationen lassen sich bei dieser Operation selbst mit bester Technik und größter Sorgfalt nicht immer vermeiden. Die Häufi gkeit von Komplikationen bei der Gallenblasenchirurgie wird aufgrund von gesetzlichen Vorschriften im Rahmen einer externen Qualitätssicherung erfasst. Unter eingriffsspezifi schen Komplikationen versteht man lebensgefährliche Verletzungen vor allem des Gallengangsystems oder Gefäßverletzungen. Beide Kliniken liegen knapp über dem Bundesdurchschnitt, aber weit im Referenzbereich.
[Siehe Grafik 1]

Gewissheit unter dem Mikroskop

Die routinemäßige Erhebung eines histologischen Befundes, d.h. die feingewebliche Untersuchung der bei der Operation entnommenen Gallenblase unter dem Mikroskop, erlaubt zum einen eine Überprüfung der vor der Operation gestellten Diagnose und zum anderen die Sicherung oder den Ausschluss einer bösartigen Veränderung der Gallenblase. Im Schön Klinik Neustadt wurde ein histologischer Befund zu 100 % erhoben.
[Siehe Grafik 2]

Erneute Eingriffe aufgrund von vorbelasteten Patienten

Im Gallengang belassene Steine, Gallengangverletzungen, Blutungen und Entzündungen gehören zu den Gründen, die einen erneuten Eingriff nach einer Gallenblasenentfernung erforderlich machen. Der Anteil solcher erneut notwendiger Operationen erlaubt Rückschlüsse auf die Qualität der Operation und des Operationsverfahrens. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass akut notwendige und nicht minimal-invasiv durchführbare Operationen ein höheres Komplikationsrisiko mit sich bringen, das wiederum das Ergebnis beeinträchtigen kann. Auch wird bei der Erfassung der erforderlichen Eingriffe nicht bewertet, wie schwer die Komplikation war, die den Arzt dazu veranlasst hat.

Beide Kliniken zeigen ein auffälliges Ergebnis. Dies ist in diesem Fall durchaus gewollt: Der vergleichsweise hohe Wert in der Schön Klinik Neustadt erklärt sich aus der bewusst frühzeitigen Reintervention bereits bei Auftreten von Anzeichen einer Komplikation. Die klinische Erfahrung zeigt, dass gerade bei akuten Entzündungen der Gallenblase ein erneutes Spülen des Operationsgebietes spätere Komplikationen und langwierige Verläufe verhindern kann.
[Siehe Grafik 3]

Bitte klicken Sie zur Vergrößerung auf eines der Bilder.

BEHANDELTE PATIENTEN 2008

Kliniken Fälle
Schön Klinik Neustadt 160
Schön Klinik Hamburg Eilbek 175
GESAMT 335

Ihr Ansprechpartner

Maasakkers

Lisa van Maasakkers

Tel.: 08051 695-135